Archiv

3. Kasseler POETS’ DAY: An der Grenze

3. Kasseler POETS’ DAY: An der Grenze

6. Anthologie des Nordhessischen Autorenpreises wird mit einem sechsstündigen Lesemarathon präsentiert

Jana Ißleib (links) und Kirsten Alers (beide im Vorstand des Nordhessischen Autorenpreises e.V.) laden ein zur Präsentation der virtuellen Anthologie An der Grenze ins autorencafé der Werkstatt Kassel.

KASSEL. Rund 25 AutorInnen aus der Region Kassel treffen sich am 4. November zum 3. Kasseler POETS’ DAY im autorencafé der Werkstatt Kassel zu einem sechsstündigen Lesemarathon. Kommen und Gehen ist interessierten Zuhörenden zwischen 13 und 19 Uhr jederzeit möglich.
Wir Spinner, Das kenne ich vom Sport, Jenseits der Mauser, Baumkrebs, Zur Not ein Feinweiss – fünf Titel von 30 in der Anthologie An der Grenze. Die 6. Anthologie des Nordhessischen Autorenpreises erscheint am 4. November – virtuell, als blätterbare Fassung auf der Website des Vereins. Zeitgemäß? Ein Tribut an die Zeit? Auf jeden Fall ein anders Format und ein Wagnis. Beim 3. Kasseler POETS’ DAY wird die Anthologie präsentiert, die Texte werden hörbar, performt von ihren ganz echten und unvirtuellen AutorInnen.
Der Nordhessische Autorenpreis e. V. fördert mit der Anthologie und dem POETS’ DAY das literarische Potenzial in der Region, den Texten widerfährt Öffentlichkeit, die Menschen hinter den Texten werden lebendig, die AutorInnen können untereinander und mit ihrem Publikum in Kontakt kommen. Lassen Sie sich mitnehmen an Grenzen, über Grenzen, zwischen Zeilen, hinter Mauern, jenseits der Linien, in Endlosschleifen oder ganz woanders hin.
Jochen Krajewski begleitet die Veranstaltung musikalisch.
Für (süße und salzige) Snacks sowie (heiße und kalte) Getränke ist gesorgt. Der Eintritt ist frei.
Kontakt: Kirsten Alers, 05605/926271

Online-Anthologie auf dem Weg

Online-Anthologie auf dem Weg

Eine neue Initiativgruppe geht neue Wege

Seit dem 23. 4. 2018 ist es amtlich: Der alte Vorstand des Nordhessischen Autoren­preises ist zwar auch der neue Vorstand: Die Mitgliederversammlung hat am 23. 4. 2018 Kirsten Alers, Jana Ißleib und Carmen Weidemann wieder das Vertrauen ausgesprochen. Aber die drei bilden nicht mehr die Initiativgruppe, die sich um die Förderung der regionalen Literatur mittels Literaturwettbewerb, Anthologie und Lesungen kümmert. Dafür zeichnen nun neben Vorstandsmitglied Jana Ißleib Uli Ahrend, Jacqueline Engelke und als Gast Wolfgang Brosche verantwortlich.
Sie werden eine 6. Anthologie herausbringen, die für die besten Texte aus dem Literaturwettbewerb AN DER GRENZE eine Öffentlichkeit herstellt (nach Nordhessen intim 2006, Salto mortale – wie wir leben 2008, Klartext 2010, Planet Kassel 2012 und Himmel.Hölle.Heimatkunde. 2015). Im neuen Kleid wird sie erscheinen: Eine virtuelle blätterbare Variante mit Texten von rund 35 AutorInnen wird auf der Website des Vereins veröffentlicht.
Die Texte sind ausgewählt, die AutorInnen angeschrieben, die Redigierarbeit hat gerade begonnen, im Herbst soll das Werk veröffentlicht werden. Präsentiert wird es im Rahmen des 3. Kasseler Poets’ Day.

Marko Scholz, Thomas Beckmann, Malte Abraham, Martin Piekar

Marko Scholz, Thomas Beckmann, Malte Abraham, Martin Piekar

Die vier Gewinner des 6. Nordhessischen Autorenpreises

Die Preise sind verliehen, die Texte erstmals zu Gehör gebracht. Das Publikum applaudierte am 9. November im Regierungspräsidium begeistert den Gewinnern: Marko Scholz (1. Preis für Omnia, Gedicht), Thomas Beckmann (2. Preis für Schlammzeit, Kurzgeschichte), Malte Abraham (3. Preis für Alles in Ocker, Kurzgeschichte) und Martin Piekar (Sonderpreis Lyrik für Antiterror Podcast).
Die Laudatio hielt Heiko Schimmelpfeng als Sprecher der Jury. Für den Vorstand des Vereins Nordhessischer Autorenpreis e.V. begrüßte Carmen Weidemann die rund 100 ZuhörerInnen, Kirsten Alers führte in den Abend ein mit einer Rede, auch zu Qualitätskriterien für Literatur, Jana Ißleib stellte den Musiker Jonas Giger vor lud am Ende zu einem geselligen Beisammensein im Foyer des Regierungspräsidiums.
Wir sind sehr glücklich mit den von der Jury zur Bepreisung ausgewählten Texten, die durch den durchweg dem Duktus angemessenen Vortrag durch die Autoren während der Preisverleihung noch einmal gewonnen haben. Eine Anmerkung: Dass alle Preisträger männlichen Geschlechts sind, hat die Jury und uns erstaunt – da aber der komplette Lese- und Auswahlprozess ohne Kenntnis der AutorInnen stattfand, ist es nun, wie es ist.

Bettina Fraschke (Jury), Jana Ißleib, Andrea Gunkler (Jury), Martin Piekar, Kirsten Alers, Thomas Beckmann, Carmen Weidemann, Brigitte Noll (Jury), Marko Scholz, Alf Mayer (Jury), Karl-Heinz Nickel (Jury), Malte Abraham und Heiko Schimmelpfeng (Jury-Sprecher).

Preisverleihung Autorenpreis am 9. November 2017

Preisverleihung Autorenpreis am 9. November 2017

Die Entscheidung ist gefallen.

Der 6. Nordhessische Autorenpreis kann verliehen werden. Vier Preise vergibt die Jury, bestehend aus Bettina Fraschke (HNA-Kulturredakteurin, Kassel), Andrea Gunkler (Autorin, Niederaula), Alf Mayer (Schriftsteller, Bad Soden/Taunus), Karl-Heinz Nickel (Literatur-Spaziergänger, Kassel), Brigitte Noll (Germanistin, Kassel), Heiko Schimmelpfeng (Redakteur (k)KulturMagazin, Kassel) und Irene Schweizer (Buchhändlerin, Kaufungen/Kassel).
213 Autorinnen und Autoren aus Nordhessen und anderen Teilen der Welt haben sich beteiligt und Prosa, Lyrik und Experimentelles eingereicht. Unter den Gewinnertexten sind alle drei Kategorien vertreten. „Omnia“, „Schlammzeit“, „Alles in Ocker“ und „Antiterror Podcast“ – so die Titel der vier Texte, die die Jury für die Preise des 6. Nordhessischen Autorenpreises ausgewählt hat.
Die Laudatio hält Heiko Schimmelpfeng als Sprecher der Jury. Die bepreisten Texte werden von den Autoren selbst während der Preisverleihung am 9. November im Regierungspräsidium Kassel, Am Alten Stadtschloss, gelesen.
Der Vorstand des Vereins Nordhessischer Autorenpreis e.V., Kirsten Alers, Jana Ißleib und Carmen Weidemann, moderiert die Veranstaltung. Sie ist öffentlich und beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Verleihung des 6. Nordhessischen Autorenpreises
Donnerstag, 9. November 2017, 19 Uhr, Regierungspräsidium Kassel
Am Alten Stadtschloss 1, großer Sitzungssaal, 1. Stock

Der Nordhessische Autorenpreis im Fernsehen

Der Nordhessische Autorenpreis im Fernsehen

Noch vier Wochen läuft der 6. Wettbewerb

„Zu Gast im Studio sind heute zwei Autorinnen und eine der Initiatorinnen des Nordhessischen Autorenpreises.“ Alexandra Serjogin von der Redaktion Buchgeflüster moderierte das Gespräch im Studio des Offenen Kanals Kassel an. Und dann redeten wir eine knappe Stunde über Literatur in der Region, über die Bedeutung des Schreibens im Leben, über literarische Qualität und Postmoderne – und über den Nordhessischen Autorenpreis konkret.
Die beiden Autorinnen Daniela Rieß und Isa Rühling, die mit Texten in mehreren Anthologien des Autorenpreises vertreten sind, und Kirsten Alers (Vorstandsmitglied) antworteten, diskutierten und ermunterten (hoffentlich): zum Schreiben.
Am 17. Juni 2017 ist Einsendeschluss! Schon seit Januar läuft der 6. Nordhessische Autorenpreis. Zahlreiche Einsendungen („viele dicke Umschläge“, erzählte gestern Henrike Taupitz, bei der die Texte eingehen) haben uns schon erreicht, aber wir wünschen und mehr – von denen, die es immer wieder tun, von denen, die sich bisher nicht getraut haben, von denen, die den Nordhessischen Autorenpreis bisher nicht kannten.
Ach so, genau, anschauen kann man die 40-minütige Sendung Buchgeflüster zum Nordhessischen Autorenpreis auch: am Montag, 22. Mai, um 18.31 Uhr und um 22.31 Uhr. Wiederholt wird sie am Dienstag, 23. Mai, 10.41 Uhr und 14.41 Uhr, sowie am Samstag und Sonntag (27./28. Mai) jeweils um 8.31 Uhr.
Und ab Ende Mai ist die Sendung in der Hessen-Mediathek zu sehen, auch für Menschen, die den Offenen Kanal Kassel nicht empfangen können.

6. Nordhessischer Autorenpreis startet

6. Nordhessischer Autorenpreis startet

An der Grenze

Das Jahr 2017 hat begonnen – für uns mit der Ausschreibung des 6. Nordhessischen Autorenpreises: AN DER GRENZE. Die Initiatorinnen Kirsten Alers, Jana Ißleib und Carmen Weidemann freuen sich, weiterhin genügend Ressourcen (personelle und finanzielle) aufbringen zu können, um die nordhessische Gegenwartsliteratur zu fördern – dieses Jahr mit dem Literaturwettbewerb.
Letztes Jahr haben wir das vor allem getan mit der Ausrichtung des 2. Kasseler Poets’ Day (Januar) und mit Textereignisse I (September). Bei diesen beiden Veranstaltungen konnten sich auch die in 2015 erschienene 5. Anthologie Himmel.Hölle.Heimatkunde. bzw. die darin veröffentlichten AutorInnen mit ihren Texten zeigen.
Jetzt aber: AN DER GRENZE (Einsendeschluss 17. Juni 2017). Wieder erwarten wir Prosa, Lyrik und experimentelle Texte. Wieder wird eine hochkarätig zusammengesetzte Jury am Ende drei oder vier Preise vergeben. Die Ausschreibung mit allen wichtigen Informationen finden Sie hier.

Foto: Modei Koopmann

Ein gelungener Abend

Ein gelungener Abend – Textereignisse 1

Erste Sätze und was sie Schreibenden und Lesenden bedeuten

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Herbstlese“ der Kasseler Stadtbibliothek lasen am 20. September aus der 5. Anthologie des Nordhessischen Autorenpreises Himmel.Hölle.Heimatkunde. vier darin veröffentlichte AutorInnen. Jeweils einen Text einer/s Anderen lasen Brigitte Eva Petri (Kassel), Saskia Trebing (Berlin), Helmut Wetzel (Kaufungen) und Anette Wicke (Fritzlar).
„Man hört sofort, wenn etwas nicht funktioniert, wenn man sich den eigenen Text vorlesen lässt.“ Diese Erfahrung hat Saskia Trebing auch schon vor diesem Abend für ihr literarisches Schaffen gewinnbringend genutzt. Dennoch war es spannend für die junge Autorin mit Nordhessischen Wurzeln, wie anders – unaufgeregter – ihr vor allem die Sprache ihrer Figuren entgegen trat, als Brigitte Petri ihr (und dem Publikum) ihren Text Heimatkunde vorlas.
Nachdem das Publikum auf Aufforderung von Horst Kuhley jeweils zu den ersten Sätzen der vier Geschichten mögliche Fortgänge assoziiert hatte, wurden die Geschichten präsentiert. Im Anschluss fand ein lebendiges Gespräch mit allen AutorInnen und dem Publikum statt. Vor allem ging es auch hier – neben den Empfindungen beim Lesen und Vorgelesenbekommen – um die Bedeutung erster Sätze. Wichtig sind sie allen AutorInnen. „Wenn ich in eine Geschichte nicht mit den ersten Sätzen hineingesaugt werde, dann lese ich sie oft nicht zuende.“ Helmut Wetzel beschrieb diese Leseerfahrung, die ihn auch bei seinem eigenen Schreiben leitet.
„Der erste Satz öffnet den Vorhang ein erstes Mal, jedoch nur einen winzigen Spalt. Wenn der Autor etwas ,taugt’, wird er alles tun, um mit diesem ersten Satz beim Leser Neugier zu wecken, um ihn zum Weiterlesen zu bewegen“, so Klaus Henning in seinem einführenden Kurzvortrag. Als Beispiel für einen Satz aus der ,Weltliteratur’, der diesem Anspruch genügt, nannte er den ersten aus Anna Karenina von Leo Tolstoi: „Alle glücklichen Familien ähneln einander; jede unglückliche ist aber auf ihre eigene Art unglücklich.“

(hinten von links) Klaus Henning und Horst Kuhley (Moderation), Anette Wicke, Saskia Trebing und Helmut Wetzel sowie (vorn von links) Brigitte Eva Petri und Kirsten Alers (Vorstand Nordhessischer Autorenpreis).

In Richard Wagners „Meistersingern“ fragt der durch die nächtlichen Turbulenzen verunsicherte Ritter Walther von Stolzing den Schuster und Poeten Hans Sachs, wie er denn nun sein Meisterlied für die Festwiese anlegen müsste, um den Regeln der Sänger-Zunft zu genügen: „Wie fang ich nach der Regel an?“, fragt der Ritter. Darauf Sachs: „Ihr stellt sie selbst und folgt ihr dann.“
Gemeint ist hier, dass man es wagen kann, erst recht natürlich im 21. Jahrhundert, sich eigene Regeln des Setzens von Sprache aufzustellen, um ihnen dann zu folgen oder sie auch wieder zu verwerfen. Was sich aber nicht geändert hat seit Aristoteles, auf den sich seit mehreren tausend Jahren nahezu alle Poetologen beziehen, die sich mit den Regeln des Schreibens befassen und Poetologien aufstellen: Sich bewusst machen, welchen Regeln man folgt, ist notwendig, um diese Regeln brechen und eigene aufstellen und wieder verwerfen zu können.
„Vielleicht ist auch mein Verstand dafür geschärft worden, die ersten Sätze künftig wie den ersten Schluck eines guten Tropfens zu genießen, ohne übergangslos in die Geschichte abzutauchen.“ So lautete Klaus Hennings letzter Satz. Um letzte Sätze geht es dann vielleicht bei den nächsten TEXTEREIGNISSEN, etwa um solche wie: „Am Ende sind mittelmäßige Berge nicht so schlimm.“ (So endet die Geschichte in Himmel.Hölle.Heimatkunde. von Barbara Conrad-Schams: Zehn Versuche, Mara zu besuchen.)
Die meisten ZuhörerInnen konnten dem Konzept, einmal keine einfache AutorInnen-Lesung zu machen, viel abgewinnen. „Es hat sich gelohnt, die anderthalb Stunden von Gießen hierher zu fahren“, sagte einer.

Textereignisse 1

Textereignisse 1

Wie fang ich nach der Regel an?

Vier AutorInnen lesen aus Himmel.Hölle.Heimatkunde.
Nordhessische Gegenwartsliteratur in der Stadtbibliothek im Rathaus Kassel
Dienstag, 20. September um 19.30 Uhr

Textereignisse entstehen, wenn Schreibende auf Hörende treffen, wenn erste Sätze zu assoziativen Erzählungen des Publikums führen, wenn veröffentlichte Texte nicht von ihren AutorInnen gelesen werden, wenn Literatur und poetologische Fragen sich begegnen.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Herbstlese“ der Kasseler Stadtbibliothek lesen am Dienstag, den 20. September ab 19.30 Uhr aus der 5. Anthologie des Nordhessischen Autorenpreises Himmel.Hölle.Heimatkunde. vier darin veröffentlichte AutorInnen. Es lesen jeweils einen Text einer/s Anderen Brigitte Eva Petri (Kassel), Saskia Trebing (Berlin), Helmut Wetzel (Kaufungen) und Anette Wicke (Fritzlar). Den Abend moderieren Klaus Henning, Horst Paul Kuhley und Kirsten Alers.
TEXTEREIGNISSE – diese etwas andere Präsentation literarischer Texte – findet in Kooperation mit der Stadtbibliothek Kassel statt.

Neuer alter Vorstand mit Team

Neuer alter Vorstand mit Team

Jahreshauptversammlung mit wegweisenden Ideen

Einerseits alles beim Alten: Kirsten Alers, Jana Ißleib und Carmen Weidemann sind die alten und die neuen Vorstandsmitglieder. Die Mitgliederversammlung am 2. Mai wählte Kirsten Alers und Carmen Weidemann für ihre 5. und Jana Ißleib für ihre 2. Amtszeit.
Andererseits zum Glück auch Neues, zudem noch unerwartet: In kleiner, aber überaus produktiver Runde ist folgende Idee von den neuen Vereinsmitgliedern Elisabeth Gessner und Horst Paul Kuhley eingebracht und debattiert worden: Es wird in diesem Jahr noch drei themenzentrierte Lese-Events in verschiedenen Orten an unterschiedlichen literarischen Orten geben, um nordhessische Gegenwartsliteratur und ihre AutorInnen zu fördern. Das Konzept soll in der neu gegründeten Initiativgruppe ausgearbeitet werden, der erste Termin ist für den 12. Mai 2016 um 17 Uhr im autorencafé der Werkstatt Kassel, Friedrich-Ebert-Straße 175, festgelegt worden. Interessierte sind herzlich willkommen.
Der 6. Nordhessische Autorenpreis soll erst Ende 2016 oder Anfang 2017 ausgeschrieben werden, da im Moment keine personellen Kapazitäten zur Verfügung stehen, um den Literaturwettbewerb mit Jurygewinnung und Fördermittelbeantragung vorher auf den Weg zu bringen. Einen Arbeitstitel gibt es aber bereits: GRENZÜBERSCHREITUNGEN – vielleicht auch ganz gut zur 2017 stattfindenden Documenta passend.

Forum für über 20 Autorinnen und Autoren

Forum für über 20 Autorinnen und Autoren

2. Kasseler Poets’ Day stieß auf großes Interesse

Es war ein Kommen und Gehen. Etwa 70 Menschen kamen und gingen und kamen noch einmal wieder ... am 2. Kasseler Poets’ Day am 31. Januar 2016. Im noch überschaubaren, aber durchaus erlauchten Kreise, der sich um 12 Uhr im autorencafé der Werkstatt eingefunden hatte, kamen insbesondere Isa Rühlings Gedichte zur Geltung: Tee-Gedichte überraschten mit ungewöhnlichen Bildern, Sparschwein-Anagramme erheiterten die ersten Gäste.
Ebenfalls vorwiegend Lyrik aus ihrer Werkstatt präsentierten Rainald Simon und Marie-Luise Erner. Satirisches hatten Andreas Knierim (Poets’ Day Logbuch Nr. 1) und Erika Wiemer (Verstopfungen) mitgebracht. In den Kurzgeschichten von Petra Dippel, Jürgen Helm und Anette Wicke entfalteten sich in den jeweils 15 Leseminuten ganze Leben, ob das eines mit einem gefühlskalten Vater aufwachsenden Zwillingspaares, das eines während des Jugoslawienkrieges geflohenen Handballnationalspielers oder das eines alten Mannes, der mit einer List endlich einmal wieder aus seinen vier Wänden herauskommt.
Autobiografisches lasen Jürgen Pasche (vom Bedürfnis zu schaukeln mit über 70), Helmut Wetzel (vom Aufwachsen an der ehemaligen Grenze zur DDR) und Brigitte Petri (von einem zu vollen und zu leeren Leben in den 1980ern in Berlin).
Immer wieder zwischendurch gab es auch explizit Nordhessisches zu hören: Texte in Mundart lasen Ria Ahrend und Edith Speck, die mit ihrem Schlachtefest sowie ihrer lebendigen Vortragsweise die zu dem Zeitpunkt über 30 anwesenden Menschen begeisterte. Aus ihrem Büchlein Ganzjährige Dachlawinen lasen Elisabeth Gessner und Horst Paul Kuhley über die schwierige Suche nach einem Gewerberaum am Pferdemarkt, an der Frankfurter Straße und in Wehlheiden. Und Hans Horn versetzte das Publikum zurück in die 1950er Jahre, als sein Protagonist F. auf der Suche nach einer Lehrstelle als Buchhändler im damals noch nicht so genannten Vorderen Westen war.
Last but not least: Die Vorstandsfrauen sind ja auch schreibend aktiv – auch wenn sie natürlich nicht in den Anthologien veröffentlichen können, so lasen sie doch am Poets’ Day: Kirsten Alers gab Kostproben aus ihrem Projekt mit einsilbigen Texten; Carmen Weidemann beendete den Poets’ Day mit Auszügen aus ihren Blättern des Leidens und einem selbstgeschriebenen Lied.
Die Idee des Poets’ Days ist aufgegangen: Lesen und hören, sich begegnen, die Menschen hinter den Texten erleben, über Projekte sprechen, Gemeinsamkeiten entdecken, Literatur genießen.

2. Kasseler POETS’ DAY

2. Kasseler POETS’ DAY

Achtstündiger Lesemarathon im autorencafé

AutorInnen aus der Region Kassel, die in mindestens einer der Anthologien des Nordhessischen Autorenpreises veröffentlicht haben, treffen sich am 31. Januar zum 2. Kasseler Poets’ Day im autorencafé der Werkstatt Kassel. Während des achtstündigen Lesemarathons hat jede/r Lesende 15 Minuten zum Vortrag eigener Texte – veröffentlicht oder aus der Schublade. Kommen und Gehen ist Lesenden und interessierten Zuhörenden zwischen 12 und 20 Uhr jederzeit möglich.
Wir fördern mit dem Lesemarathon die literarischen Kapazitäten der Region, die Menschen hinter den Texten werden lebendig, und die AutorInnen erhalten eine Plattform, um untereinander und mit ihrem Publikum in Kontakt kommen.
Es lesen: Ria Ahrend, Ina Berninger, Manfred G. Burgheim, Petra Dippel, Marie-Luise Erner, Elisabeth Gessner, Roland Goldack, Jürgen Helm, Hans Horn, Andreas Knierim, Michael Knoth, Horst Paul Kuhley, Waltraut Martens, Jürgen Pasche, Brigitte Petri, Daniela Rieß, Isa Rühling, Rainald Simon, Edith Speck, Helmut Wetzel, Anette Wicke, Ulrich Wicke, Erika Wiemer.
Für Fingerfood und Getränke sorgt der Vorstand: Carmen Weidemann, Jana Ißleib und Kirsten Alers. Der Eintritt ist frei.

31. Januar 2016, 12–20 Uhr
autorencafé der Werkstatt Kassel, Friedrich-Ebert-Straße 175, Kassel

5. Anthologie HIMMEL.HÖLLE.HEIMATKUNDE. erschienen

5. Anthologie HIMMEL.HÖLLE.HEIMATKUNDE. erschienen

Das Buch ist da! Wir haben es präsentiert, Texte daraus vorgetragen, die etwas erzählten über die AutorInnen, über Himmel und Höllen und (un)mögliche Heimaten. Ein gelungener Abend im Medienzentrum Offener Kanal in Kassel.
Die am 15. Oktober aufgezeichnete Sendung wird erstmalig am 21. Oktober 2015 gesendet, danach ist sie in der Mediathek des Offenen Kanals hinterlegt.

Einige Impressionen von der Präsentation inkl. Leseproben:

Kirsten Alers las Antalya von Jana Volkmann.
Carmen Weidemann las Weiß, wie Schnee von Iris Schmidt.
Jana Ißleib las keine heimat überall von Paul-Albert Wagemann.

Annekatrin Inder hielt die Festrede in Vertretung der erkrankten Kultur­amts­lei­terin Dorothée Rhie­meier: Der Nord­hessi­sche Autorenpreis wurde als unter­stützens­werte Initiative der Literatur­förde­rung gewürdígt und neben den Jacob-Grimm-Preis und den Literaturpreis für den grotesken Humor gestellt, die beide ebenfalls in Kassel verliehen werden.

Der Kasseler Musiker Welf Kerner bereicherte die naturgemäß textlastige Veranstaltung mit Akkor­deon, Mund­harmonika und Gesang.

Die Anthologie kann bei uns bestellt werden oder ist im Buchhandel bundesweit erhältlich: ISBN 978-3-935663-27-4, Preis 15,50 Euro. Alle Anthologien aus den vorhergehenden Wettbewerben finden Sie hier.

Einladung zur Buchpräsentation

Einladung zur Buchpräsentation

HIMMEL.HÖLLE.HEIMATKUNDE

Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich zur Präsentation der Anthologie Himmel.Hölle.Heimatkunde. ein:
Donnerstag, 15. Oktober 2015, 19.00 Uhr
im Offenen Kanal (Kulturbahnhof), Rainer-Dierichs-Platz, Kassel

BegrüßungArmin Ruda, Leiter des Offenen Kanals Kassel
FestredeDorothée Rhiemeier, Leiterin des Kulturamtes der Stadt Kassel
Präsentation und LesungKirsten Alers, Jana Ißleib, Carmen Weidemann,
Redaktion und Vorstand Nordhessischer Autorenpreis e.V.
MusikWelf Kerner, Akkordeon

Aus dem Klappentext:
Himmel + Hölle + Heimatkunde – drei wesentliche Themen der Menschen. Und zurzeit auf erschreckende Weise aktuell. Die Texte in der 5. Anthologie mit nordhessischer Gegenwartsliteratur erzählen von Höllen, von verfinsterten oder Pseudo-Himmeln und von einem Trotzdem. Vom Ringen um einen (inneren) Ort, der, wenn nicht Heimat, so zumindest mein genannt werden kann. Die Texte zeigen Verortungsversuche im Dazwischen, beschwören Götter­speise und Satansbraten, berichten von den Anderen, die uns Hölle sind, von Zumutungen und Nachbarn, erzählen von Liebe und anderen Umständen, von Wanderungen durch Hessisch Sibirien und von Versuchen, Sprache zu finden oder irgendetwas.
Die Anthologie enthält Prosa, Lyrik und Experimentelles – 47 aus­gewählte Texte aus dem 5. Literaturwettbewerb zum Nordhessischen Autorenpreis (2014), an dem sich 234 Schreibende beteiligten. Außergewöhnlich ist die Mischung von Genres und Generationen, von professionell Schreibenden und Laien.
Nordhessi­sche Gegenwartsliteratur – aus Nordhessen stammend oder sich mit der Region verbindend – berührt, regt auf und an, reflektiert und antizipiert, lässt mitgehen und Nein sagen und Ja sagen. Wie Nordhessen intim, Salto mortale, klartext und Planet Kassel, die Bände zu den ersten vier Nordhessischen Autorenpreisen, ist auch Himmel.Hölle.Heimatkunde. eine Art modernes Heimatbuch ohne Heimattümelei.

Anthologie HIMMEL.HÖLLE.HEIMATKUNDE.

Anthologie HIMMEL.HÖLLE.HEIMATKUNDE.

Die Anthologie zum fünften Nordhessischen Autorenpreis mit dem Titel HIMMEL.­HÖLLE.HEIMATKUNDE erscheint im Herbst 2015.
Veröffentlicht werden neben den Preisträgertexten weitere 44 der 235 ein­gesandten Texte zum fünften Literaturwettbewerb. Das Buch wird am 15. Oktober um 19 Uhr im Offenen Kanal Kassel öffentlich präsentiert. Es hat ca. 220 Seiten in sieben Kapiteln.
Buchhandelspreis: 15,50 Euro
Subskriptionspreis: 12 Euro
Bücher zum Subskriptionspreis sind ab sofort bis zum 30. September 2015 über das Kontaktformular zu bestellen.

Mehr Menschen, mehr Geld – Danke!

Mehr Menschen, mehr Geld – Danke!

Der Nordhessische Autorenpreis hat jetzt mehr als doppelt so viele Mitglieder wie bei seiner Gründung im Jahr 2009. Und auch der Spendenaufruf war erfolgreich. Also können wir, in der Annahme, dass noch weitere Fördergelder eingeworben werden, den Startschuss für die Anthologie HIMMEL.HÖLLE.HEIMATKUNDE geben. Sie wird im Herbst 2015 erscheinen und 50 Texte zum Thema enthalten.
Für alle Freundinnen und Freunde der Literatur in Nordhessen sei hier ebenfalls schon der 2. Kasseler Poets’ Day angekündigt. Wir im Jahr 2013 wird er am 3. Oktober im autorencafé der Werkstatt Kassel stattfinden. Einladung und Pro­gramm dann im September.
Falls weiteres Spendenbedürfnis besteht:
Nordhessischer Autorenpreis bei der Sparda Bank Hessen
IBAN: DE71 5009 0500 0006 2236 22
BIC: GENODEF1S12

Der Verein braucht Mitglieder und Geld

Der Verein braucht Mitglieder und Geld

Literatur- und Autorenförderung war und ist die Idee. Seit 2004 gibt es die Initiative Nordhessischer Autorenpreis, 2009 ist ein gemeinnütziger Verein daraus geworden. Wir haben bisher fünf Wettbewerbe und vier Anthologien, einen Poets’ Day und zahlreiche Lesungen durchgeführt bzw. erstellt. Die Aktiven, die all diese Arbeit seit elf Jahren tun, tun sie unbezahlt.
Bei jedem Wettbewerb, vor allem aber bei jeder Anthologie verbringen wir viele, viele Stunden damit, Sponsoren zu gewinnen – und sind mehr oder weniger erfolgreich gewesen in der Vergangenheit. Es gibt jedenfalls keine Regelförderung. Die 5. Anthologie (Himmel. Hölle. Heimatkunde.) kann definitiv nur gemacht werden, wenn wir noch mindestens 2000 Euro Fördergelder einwerben. Das ist sehr unwahrscheinlich, weil wir bereits mehrere Absagen bekamen bzw. deutlich weniger Geld von Immer-mal-wieder-Förderern erhalten haben als in den vergangenen Jahren.
Deshalb nun unsere Idee, Fördermitglieder für den Verein zu werben. Zu werben unter denjenigen, die seit Jahren von der die nordhessische Gegenwarts-Literatur fördernden Initiative Nordhessischer Autorenpreis profitieren. Das sind in erster Linie die Autorinnen und Autoren – also auch Sie.

Treten Sie in den Verein ein! Der Mindestjahresbeitrag beträgt 12 Euro.
Wenn 100 Menschen in den Verein einträten und 12 Euro überwiesen, hätten wir 1200 Euro pro Jahr, mit denen wir deutlich entspannter in die Zukunft schauen und planen könnten. Sie können gern auch Fördermitglied werden und mehr als 12 Euro im Jahr zahlen. Benutzen Sie dazu das Antragsformular auf Mitgliedschaft. Vereinsmuffel können auch einfach einmalig spenden
      Nordhessischer Autorenpreis bei der Sparda Bank Hessen
      IBAN: DE71 5009 0500 0006 2236 22
      BIC: GENODEF1S12

Eine weitere Möglichkeit der finanziellen Unterstützung ist der Einkauf von mehreren Exemplaren der Anthologien Klartext (Sonderpreis ab 5 Ex. 8 Euro) oder Planet Kassel (Sonderpreis ab 5 Ex. 10 Euro).

Selbstverständlich freuen wir uns auch über Menschen, die jenseits von finanzieller Unterstützung Lust haben, sich inhaltlich und/oder organisa­torisch zu engagieren. Im Mai findet die nächste Jahreshauptversammlung statt, dazu würden dann ja alle neuen Vereinmitglieder eingeladen.

Schreiben Sie uns über das Kontaktformular.

Es grüßt herzlich der Vorstand
Kirsten Alers, Jana Ißleib, Carmen Weidemann

5. Nordhessischer Autorenpreis verliehen!

Nach der Preisverleihung von links nach rechts: Carmen Weidemann und Kirsten Alers (Vorstand), Dieter Werkmeister (Jury), Alf Mayer (1. Preis) und Sabine Haupt (2. Preis), Martin Sonntag, Ingrid Mylo und Dr. Andreas Gebhardt (alle Jury). Es fehlen Rita Krause (3. Preis) sowie Sabine Köttelwesch und Wolfgang Brosche (beide Jury).

5. Nordhessischer Autorenpreis verliehen!

Würdigung von Engagement und Texten

Rund 100 Literaturinteressierte wohnten der Verleihung des 5. Nordhessischen Autorenpreises im Regierungspräsidium bei. Regierungspräsident und Hausherr Dr. Walter Lübcke würdigte insbesondere das ehrenamtliche Engagement der Initiatorinnen für die Literatur in der Region Nordhessen. Jurysprecherin Ingrid Mylo (Schriftstellerin, Kassel) würdigte die sprachlichen Setzungen der PreisträgerInnen in ihrer Laudatio, die wir im Folgenden dokumentieren.

LAUDATIO
Ein paar Randbemerkungen und Anhaltspunkte vorab. Auffällig oft beziehen sich die Wettbewerbsteilnehmer auf das dritte Wort des diesjährigen Themas, das Wort Heimatkunde, in seiner Verkürzung zu Heimat: Und Heimat bedeutet den meisten Kindheit mit Großeltern, Kittelschürzen und Essensgerüchen und ist vorwiegend in ländlicher Umgebung angesiedelt. Was nicht unbedingt Idylle heißt: hier kommt das Wort ,Hölle’ zum Zug, auch in Zusammenhang mit Kirche und Religion: Beides hat in den meisten Fällen mit dem ,Himmel’ sehr wenig zu tun. Es sind originelle Ideen darunter, witzige Einfälle, ambitionierte Versuche, immer wieder auch unter die Haut gehende Themen wie Deportation, Kindesmissbrauch, Krieg. Themen, die anzupacken Mut erfordert und Engagement, Themen, die wir, die Jury, gerne in der engeren Wahl gehabt hätten. Wenn sie entsprechend literarisch bearbeitet worden wären. Denn viele dieser Einsendungen waren gut gemeint, aber unzulänglich ausgeführt. Und wir haben Ansprüche gestellt. Bei der Beurteilung der 82 in der Endrunde verbliebenen Texte hat neben dem Was das Wie eine wesentliche Rolle gespielt: Es genügte nicht, mit einem wichtigen Thema daherzukommen: es musste auch angemessenen umgesetzt worden sein. Es ging um die Qualität der Bearbeitung. Und der Sprache. Die gerade bei einem brisanten Thema von entscheidender Bedeutung ist: Sonst fallen die ungeschickt gebrauchten Worte dem Inhalt in den Rücken und bringen ihn zu Fall. Die diesjährigen Preisträger sind über diese Bedenken und Beanstandungen erhaben: Sie überzeugen durch ihr Können. Sie wissen ihre Worte souverän und sinnlich zu setzen, wissen um ihre Wirkung, wissen, wie man mit ihnen Gefühle hervorruft und das Denken weitertreibt. Da ist nichts Verwischtes, nichts Wahlloses, nichts von wegen uneingelöster Prätention. Zudem sind ihre Texte, wie es jemand formuliert hat, von „gesellschaftlicher Relevanz“. Einer setzt sich mit den beklemmenden Einflüssen religiöser Erziehung auseinander, ein anderer zeigt eine Beziehung und ihre fatalen Abhängigkeiten in einem ungewöhnlichen Licht, und ein dritter beschäftigt sich mit Alter, Tod und Einsamkeit.

ZU DEN PREISTRÄGERN
Rita Krause, sie ist 57 Jahre alt, lebt, arbeitet und schreibt in Kassel, hat an Schreibwerkstätten und Projekten teilgenommen und die erste Kasseler Frauenlesenacht sowie eine Poets’ Nite im Offenen Wohnzimmer mitorganisiert. Außerdem hat sie Gedichte zu Bildern einer Malerin verfasst, schon mehrmals an dem Nordhessischen Autorenpreis teilgenommen und ist mit ihren Texten in drei der vier Anthologien dieses Wettbewerbs vertreten. Ihre gradlinig, ohne Schnörkel und mit Anteilnahme erzählte Geschichte Der Schal macht die Trauer eines alten Mannes um seine verstorbene Frau auf anrührende Art anschaulich und erweckt Mitgefühl. Sie ist zwar eher konventionell gehalten, zeugt aber von einem Gespür für Nuancen und leise Töne. Mit behutsamer Poesie gelingt es der Autorin, der bedrückenden Situation am Ende Trost und ein Lächeln abzugewinnen. Dafür erhält Rita Krause den dritten Preis.
Sabine Haupt ist 1959 in Gießen geboren und lebt seit 1980 in der französischen Schweiz, wo sie als Professorin an der Universität Fribourg Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft lehrt. Sie ist Anti-AKW-Aktivistin und war Abgeordnete der Grünen Partei. Von ihr gibt es zahlreiche wissenschaftliche und belletristische Publikationen, auch feuilletonistische Arbeiten für Presse, Rundfunk und Fernsehen. Ihr aus einer ungewöhnlichen Perspektive geschildertes Beziehungsdrama Die Gedanken sind frei. Puppentheater besticht vom ersten Satz an. Es ist geschickt aufgebaut, lebt von Andeutungen und Aussparungen und schwingt sich stellenweise auf zu einem ironischen Diskurs über Freiheit und Abhängigkeit. Insgesamt ist der Text von suggestiver Rätselhaftigkeit: Dabei ist das Bizarre nie Selbstzweck, es räumt das Gewohnte aus dem Weg wie ein hinderliches Möbelstück und gibt so den Blick frei auf ganz neue Ansichten und Aspekte. Dafür spricht die Jury Sabine Haupt den zweiten Preis zu.
Alf Mayer, 1952 geboren und, wie er schreibt, „im Barock des bayrischen Allgäus aufgewachsen“, mit „Schwalben unter dem Dach und sieben Kinos in Fahrradnähe“. Das prägt. Vor allem die sieben Kinos dürften ihn auf den Weg gesetzt haben: Er war Journalist, Redakteur, Filmkritiker, Chef vom Dienst bei der IG Metall, ist Autor mehrerer Bücher, lebt inzwischen in Bad Soden und schreibt für ein Frankfurter Kulturmagazin die monatliche Kolumne Blutige Ernte. Seine eindrucksvoll plastische Kindheitserinnerung Landschaft mit Sündenfall ist eine sprachmächtige Auseinandersetzung mit den Verheerungen, die eine streng katholische dörfliche Umgebung in einer Kinderseele anrichten kann. Atmos­phärisch so höllisch dicht, dass es ein Jurymitglied mit ernsthaften Beklem­mungen zu tun bekam, kündet der Text gleichzeitig aber auch von der Befreiung aus dieser erstickenden Umklammerung. Der Autor versteht sein Handwerk meisterlich, er bringt, was er zu sagen hat, genau auf den Punkt: manchmal genügt ihm ein einziger Ausdruck: Und weil er an der richtigen Stelle sitzt, trifft er mit ungeheurer Wucht. Herausforderndes Pathos gemischt mit hinterhältigem Humor, Lakonik, Rausch und Rhythmus: alles da, vor allem überraschende, sinnliche Bilder. Dafür verleiht die Jury Alf Mayer den ersten Preis.
© 2014 ingrid mylo

Preise gehen nach Kassel, Bad Soden und in die Schweiz

Preise gehen nach Kassel, Bad Soden und in die Schweiz

Preisverleihung am 16. Oktober 2014 im Regierungspräsidium Kassel

Habemus ... einen Preisträger und zwei Preisträgerinnen. Am 7. Oktober hat die Jury des 5. Nordhessischen Autorenpreises mit dem Titel „Himmel. Hölle. Heimatkunde“ nach intensiver und vielstündiger Debatte ihre Entscheidung getroffen. Jury-Sprecherin Ingrid Mylo wird in ihrer Laudatio während der Preisverleihung die Auswahl begründen, die sie und ihre Jurykollegin und -kollegen getroffen haben. Bis dahin bleiben die Namen geheim. Nur so viel soll verraten werden: Der 1. Preisträger kommt aus Bad Soden im Taunus, der 2. Preis geht in die Schweiz und der 3. bleibt in Kassel. Die Texte werden während der Preisverleihung am 16. Oktober im Regierungspräsidium Kassel, Steinweg 6, gelesen. Die Veranstaltung unter Schirmherrschaft von Anneliese Hartleb (Goethegesellschaft) ist öffentlich und beginnt um 19 Uhr.

Die Jury 2014 (von links): Andreas Gebhardt (Literaturbüro Kassel), Ingrid Mylo (Schriftstellerin, Kassel), Wolfgang Brosche (Preisträger 2012, Bielefeld), Dieter Werkmeister (Schwalm-Eder-Kreis) und Sabine Köttelwesch (Autorin, Kassel); auf dem Foto fehlt das sechste Jurymitglied Martin Sonntag (Caricatura, Kassel).

Rekord: 235 Einsendungen

Rekord: 235 Einsendungen

beim 5. Nordhessischen Autorenpreis Himmel.Hölle.Heimatkunde

Carmen Weidemann, Kirsten Alers und Jana Ißleib (Vorstand) und sind begeistert: Offensichtlich hat das Thema „Himmel. Hölle. Heimatkunde“ besonders zum Schreiben inspiriert. Mit 235 Einsendungen sind bei diesem 5. Literatur­wettbewerb zum Nordhessischen Autorenpreis so viele Texte eingegangen wie bei keinem Wettbewerb zuvor. In den letzten Tagen bis zum Einsendeschluss (17. Juli) musste der Briefträger jeden Tag zehn oder 15 dicke Umschläge zur Kasseler Vereinsadresse tragen.
Nachdem der Vorstand am 22. Juli alle Umschläge ausgepackt, die Texte anonymisiert und in sieben Ordner geheftet hat, folgt nun die Lesephase.
Die Jury mit Wolfgang Brosche, Dr. Andreas Gebhardt, Sabine Köttelwesch, Ingrid Mylo, Felix Römer, Martin Sonntag und Dieter Werkmeister wird Anfang Oktober tagen und die Preise vergeben: 1., 2. und 3. Preis sowie ggfs. einen Sonderpreis Lyrik.
Die öffentliche Preisverleihung, zu der Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke die Gäste begrüßen wird, findet am 16. Oktober 2014 um 19 Uhr im Regierungs­präsidium Kassel statt.

Neues Vorstandsmitglied gewählt

Neues Vorstandsmitglied gewählt

Jana Ißleib ist neues Vorstandsmitglied

Jana Ißleib (33) ist auf der Jahreshauptversammlung des Vereins Nordhessischer Autorenpreis e.V. am 12. Mai 2014 als neues drittes Vorstandsmitglied gewählt worden. Sie ist erfahren in Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und im Organisieren von Kulturveranstaltungen und wird in den kommenden Monaten die seit fast zehn Jahren aktiven Vorständlerinnen Kirsten Alers (53) und Carmen Weidemann (48) bei der Durchführung des 5. Nordhessischen Autorenpreises unterstützen.
Gunther Neumann hat den Vorstand nach drei Jahren Engagement aus persönlichen Gründen verlassen, er bleibt dem Verein als unterstützendes Mitglied treu.
Zum 5. Autorenpreis können bis zum 17. Juli 2014 (Einsendeschluss) lyrische, erzählerische und experimentelle Arbeiten zum Thema Himmel, Hölle, Heimatkunde eingereicht werden. Die unveröffentlichten Texte müssen in siebenfacher Ausfertigung eingehen bei: Henrike Taupitz, Uhlenhorststraße 14, 34132 Kassel

Der neue Vorstand des Vereins Nordhessischer Autorenpreis e. V.: (von links nach rechts) Jana Ißleib, Kirsten Alers und Carmen Weidemann (Foto: Ulrich Ahrend | satzmanufaktur).

5. Nordhessischer Autorenpreis

5. Nordhessischer Autorenpreis

Himmel.Hölle.Heimatkunde. heißt der Titel des Literaturwettbewerbs zum 5. Nordhessischen Autorenpreis.
Einsendeschluss ist der 17. Juli 2014, die Preisverleihung findet am 16. Oktober 2014 im Regierungspräsidium Kassel statt.

Rückblick 2013

Rückblick 2013

Wir blicken auf ein ereignisreiches Jahr 2013 zurück. Das Kasseler Jubiläumsjahr geht zuende. Und der Nordhessische Autorenpreis hat dieses mit Unterstützung zahlreicher AutorInnen aus der Region bereichert. Vor allem sollte und konnte sich die Anthologie Planet Kassel entfalten, die aus dem 4. Nordhessischen Autorenpreis hervorgegangen ist.
Zuletzt fand am 3. Oktober der 1. Kasseler Poets’ Day statt, den acht Stunden lang 20 AutorInnen mit ihren Texten gestalteten. Das autorencafé der Werkstatt platzte besonders gegen Abend aus allen Nähten, einige ZuhörerInnen mussten sogar stehend lauschen. Den ganzen Tag kamen und gingen AutorInnen und ZuhörerInnen, in den Pausen zwischen den Leseblöcken gab es einen regen Austausch.
Die Ziele der InitiatorInnen – Förderung der regionalen Gegenwartsliteratur und ihrer ProduzentInnen durch die Schaffen von Öffentlichkeit und Begegnungen – haben alle miteinander erreicht.

1. Kasseler POETS’ DAY

1. Kasseler POETS’ DAY

Lesemarathon am 3. Oktober 2013, 14–21 Uhr im autorencafé der Werkstatt Kassel, Friedrich-Ebert-Straße 175, Kassel

Nordhessische Autorinnen und Autoren treffen sich am 3. Oktober 2013 zum 1. Kasseler Poets’ Day im autorencafé der Werkstatt Kassel. Während des öffentlichen siebenstündigen Lesemarathons hat jeder Lesende 15 Minuten zum Vortrag eigener Texte. Kommen und Gehen ist sowohl Lesenden als auch interessierten Zuhörenden zwischen 14 und 21 Uhr jederzeit möglich.
2013 feiert Kassel seinen 1.100. Geburtstag. Der Nordhessische Autorenpreis e. V. gratuliert mit seinem 4. Wettbewerb und der Anthologie PLANET KASSEL der nordhessischen Metropole, in der er beheimatet ist. Und der Verein ermöglicht die öffentliche Präsentation der schreibenden Ureinwohner und Aliens, die auf dem Planeten Kassel und seinen Monden leben, und derer, die eine literarische Beziehung zu unserem Planeten hergestellt haben. Er fördert damit die literarischen Kapazitäten der Region, weiterhin werden die Menschen hinter den Texten so für ein Publikum lebendig, und die Autorinnen und Autoren können untereinander in Kontakt kommen.

Eingeladen zum Lesemarathon werden alle Autorinnen und Autoren der Anthologie PLANET KASSEL sowie die Autorinnen und Autoren aus Stadt und Landkreis Kassel, die in den vorangegangenen Anthologien (NORDHESSEN INTIM, SALTO MORTALE, KLARTEXT) vertreten sind.

Eine Anthologie und ihre AutorInnen

Eine Anthologie und ihre AutorInnen

Lesungsreihe aus PLANET KASSEL im autorencafé

Am 2. Juli lasen im autorencafé der Werkstatt Kassel aus PLANET KASSEL
(von links) Beate Davies Auf offener See brauchst du die Sterne, Marie Luise Erner In Bettenhausen und Daniela Rieß Jupiter nördlich.

Das autorencafé Werkstatt Kassel (Friedrich-Ebert-Straße 175) setzt im Spätherbst die Reihe Eine Antho­logie und ihre AutorInnen fort.

4. Anthologie Nordhessischer Gegenwartsliteratur

4. Anthologie Nordhessischer Gegenwartsliteratur

ist im November 2012 erschienen.

Planet Kassel – seit mindestens 1.100 Jahren Lebensraum von Eingeborenen, von Siedlerinnen und Siedlern naher und weit entfernter Kulturen, Haltepunkt für Menschen auf der Durchreise, temporärer Aufenthaltsort für Studien und Exkursionen, Ziel oder Endpunkt von Lebensreisen. Kassel – ein Planet, isoliert auf seiner endlosen Bahn durchs Universum, doch auch Landeplatz und Startrampe für Reisende, Aufbrechende, Ankommende.
28 Autorinnen und 20 Autoren näherten sich literarisch von unten oder oben, von innen, von außen, sinnlich oder reflektierend, aus dem Gestern oder der Zukunft. Die Anthologie enthält Erzähltes, Erfundenes, Erinnertes, Verdichtetes und zwei kleine Bühnen­stücke – 48 ausgewählte Texte aus dem 4. Literaturwettbewerb (2011/12) zum Nordhessi­schen Autorenpreis, an dem sich 179 Schreibende beteiligten. Außergewöhnlich ist die Mischung von Genres und Generationen, von professionell Schreibenden und Laien.
Ein modernes Heimatbuch ohne Heimattümelei, das Einheimischen und Auswärtigen eine literarische Annäherung an das nordhessische Zentralgestirn ermöglicht.

ISBN 978-3-935663-25-0 15,50 Euro
Sie können die Anthologie über das Kontaktformular bestellen.